Jetzt lernen die Kaller Kinder bei Narwali schwimmen

Container-Schwimmbad ist von Blankenheim weitergezogen - Kostenlose Kurse können online gebucht werden

Kall. Kein Schwimmbad, kein Schwimmunterricht – und am Ende können die Kinder nicht schwimmen.
Mit dieser Problematik mussten sich die Kaller jahrzehntelang nicht allzu intensiv beschäftigen, stand ihnen doch das gemeindeeigene Hallenbad
zur Verfügung. Seit dem 14. Juli 2021 ist jedoch auch das anders. Die Flut hat das Bad zerstört. Überlegungen zu einem Neubau bestehen zwar,
doch bis der realisiert ist, wird noch einiges an Zeit ins Land gehen. Für die kommenden Wochen jedoch verbessert sich die Lage in Kall deutlich.
Narwali, das Schwimmbad im Kleinformat, das in Container passt, ist an der Grundschule aufgebaut. Den knapp 500 Kindern der Grundschulen Kall
und Sistig gefällt das offenbar. Lautstark riefen sie bei der Eröffnungsveranstaltung in der Aula der Schule nach dem Projektmaskottchen „Narwali“,
das kurz darauf tatsächlich lebensgroß angewackelt kam und mit den Kindern von der Bühne aus Schwimmübungen machte und tanzte.
Eine Neuheit sind die Schwimmcontainer im Kreis nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr war ein Narwali-Container in Zülpich stationiert und
einer der Wund-Stiftung in Hellenthal, um Wassergewöhnung und Kurse für die Kinder anbieten zu können. Bevor der Container nach Kall
verlagert wurde, hat er in Blankenheim gestanden. Unterwegs sind diese Einrichtungen im Rahmen der 2023 ins Leben gerufenen
„Schwimmoffensive NRW“, einem Modellprojekt, um dem Mangel an Schwimmkursen zu begegnen und die Quote der Nichtschwimmer zu senken.

Mehr als nur Spaß

Einen weiteren Nutzen hatte Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt der Landesregierung, in Blankenheim formuliert:
„Die mobilen Schwimmcontainer haben den Vorteil, dass sie genau dort eingesetzt werden können, wo der Bedarf am größten ist. Daher freue ich
mich, dass wir den Kindern in von der Flut 2021 betroffenen Kommunen im Kreis Euskirchen nun diese Wassergewöhnung ermöglichen können.“
Projektträger ist der Kreissportbund (KSB) Düren. Dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz moderierte auch die Kaller Eröffnungsparty.
Als Sponsoren unterstützen die e-regio, die Kreissparkasse Euskirchen, die Firma F&S, das Rewe-Center Kall, die AOK Rheinland und die Firma
Pohl Krane das Projekt. Zur Eröffnung sorgten neben Maskottchen Narwali Uwe Reetz und der Kölner Piet für gute Laune bei den Kindern.
Die Kölner Band Räuber richtete sich in einer Videobotschaft an die Kaller Kinder und stimmte ihren Song „Schwemme künne“ an. Landrat Markus
Ramers reichte schließlich in Vertretung der Blankenheimer Bürgermeisterin Jennifer Meuren den Narwali-Pokal von Blankenheim weiter nach Kall
und an Bürgermeister Emmanuel Kunz. Schwimmen können, wird Kunz in einer Mitteilung der Gemeinde zitiert, mache nicht nur Spaß,
sondern könne im Ernstfall auch überlebenswichtig sein. Dass es dafür nun auch in Kall wieder in Container geht, stört niemanden. Mit Blick auf die
lange Zeit des Wiederaufbaus, in der die Kaller Grundschule in Containermodulen untergebracht war, sagte Schulleiterin Marianne Rütt:
„Mit Containern kennen wir uns aus.“ Dass nun in den Containern keine Klassenzimmer, sondern ein beachtliches Schwimmbecken nebst
Umkleidekabinen untergebracht sind, freut neben den Kindern und ihren Lehrern auch die Ratsmitglieder und Sponsoren, die zur Eröffnung
gekommen waren. Nicht nur die Grundschüler aus Kall und Sistig sowie die Kinder der St.-Nikolaus-Schüler können die Schwimmkurse mit
professionellen Übungsleitern besuchen. Wie die Gemeinde mitteilt, wird es nachmittags auch kostenlose Kurse geben, die allen Kindern offenstehen.

Quelle: Kölnische Rundschau
Bild: Eifeler Presseagentur (epa)

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